2025 I cool
Verstummt sind Geplätscher und fröhliches Gekreische, die Liegewiese ist wie ausgestorben und die grossen, alten Bäume stehen kahl neben den geleerten Schwimmbecken: Vorüber ist die Badesaison, doch unlängst ist neues Leben im traditionsreichen Gartenbad Eglisee in Basel erwacht. Die Fondation «Jetzt Kunst»nimmt im Herbst und Winter das Gelände in Beschlag. Rund 20 regionale Kunstschaffende präsentieren hier jüngstes Schaffen. Reflektiert wird über Freizeit- und Konsumkultur, Körper und Sport, Architektur und Natur sowie Historie und Entwicklung.
Meist ist es ortsspezifische Kunst mit einem direkten Bezug zur Location. Liegengebliebene Handtücher sind typisch für Badeanstalten. Auch sie können wichtige Botschaften transportieren, wie bei Alexandra von Endt, wo sich in den Falten der Textilien die Klimaerwärmung versteckt.
Iris Kretschmar, Dezember 2025 I PROTZ (Auszug)
Vier identische Badetücher, liegen vergessen auf dem Podest im Frauenbad. Die Druckvorlage erinnert an Eisberge, Gletscher oder gefrorene Pfützen. Von links nach rechts gelesen erscheinen die textilen Objekte immer kleiner. Im Laufe der Ausstellung werden sie auch schmutziger und bleichen aus. Es geht ihnen gleich wie dem ewigen Eis.
Durch das sukzessive Zusammenschieben der Tücher verliert sich die narrative, lesbare Seite des Tuches. Der Radius verengt sich, vermeintlich sicheres Terrain schwindet...Die Vorstellung an einem heissen Sommertag auf dem Tuch zu liegen und mit seinem Körper das imaginäre Eis schmelzen zulassen - ein mulmiges Gefühl!
vier identisch bedruckte und versteifte Frotteetücher, je 160x80cm, die Masse der einzelnen Objekte variieren je nach Stärke des Eingriffs.